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Premiere >> 2012

Ionescos Version von Macbeth

Die Generäle Banquo und Macbett sind loyal zu ihrem König Duncan. Auch zueinander sind sie wie Brüder, sollte man meinen, sie werden sogar oft miteinander verwechselt. Doch wehe, sie werden ihrem Chef nicht ausreichend belohnt oder – schlimmer noch – einer von beiden wird gar bevorzugt. Die Hexen müssen dann nur noch ein paar Stichworte in dieses Gebräu aus Neid und Missgunst geben (was sie auch gerne tun), um alles überkochen zu lassen und Macbett und Banquo gegen den Monarchen oder aufeinander zu hetzen.

Als ein blutiger Aufstand der Rebellen Glamis und Cawdor durch Duncans Soldaten niedergeschlagen werden muss, ist die Gelegenheit für die Satansweiber günstig, die Thronfolge kräftig durcheinanderzubringen. Die Folgen sind die üblichen bei Zwist und Zwietracht: Intrigen, Morde, Kriege, Enthauptungen. Und nach dem ganzen Gemetzel ist alles noch viel schlimmer als vorher. Warum sollte es im Theater auch anders sein als in Wirklichkeit?

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Weitere Termine im Februar 2013 im Kulturforum.

Ionesco hat sich für »Macbett« hemmungslos die besten Zutaten von Shakespeares blutigem »scottish play« genommen und ein wenig anders zusammengesetzt, hie und da gedoppelt, woanders kräftig gekürzt und Figuren dazuerfunden.

Herausgekommen ist dabei keine platte Parodie, die ihre Vorlage lächerlich macht, sondern ein eigenes, in sich geschlossenes satirisches Drama mit eigener absurder Logik, Gewichtung und Konsequenz. Es ist nicht nötig, Macbeth zu kennen, um Macbett zu verstehen, aber es macht Spaß zu sehen, welche Drehungen, Doppelungen und Spiegelungen der »König« des Absurden Theaters hier ansetzt, um zu ähnlichen blutigen Resultaten zu kommen.

 

Macbett: Martin Friederichs
Banquo: Harry Tobinski-Arens
Duncan: Frank Krupinska
Lady Duncan / Erste Hexe: Angelika Neumann (springt ein für Kristin Erdmann)
Kammerfrau / Zweite Hexe: Tanya Vollstedt
Offizier / Soldat / Malcolm: Colin Moore
Glamis / Verwundeter / Diener: Martin Ramm
Cawdor / Diener / Kranker: Aimo Hashem

Requisite / Bühne: Susan Sabzeghabai
Technik und Regie: Jörg Lippmann

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